Was ist Ruscha Keramik? Deutsche Vintage Keramik erkennen
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Ausgefallene Vasen, kunstvolle Muster und ungewöhnliche Glasuren: Ruscha Keramik gehört zu den interessantesten Vertretern der deutschen Vintage Keramik aus den 50er, 60er und 70er Jahren.
Besonders charakteristisch sind die teilweise asymmetrischen Formen und aufwendig gestalteten Oberflächen. Manche Stücke wirken beinahe wie kleine Kunstwerke.
Vielleicht hast Du selbst schon einmal eine solche Vase im Brocki entdeckt und Dich gefragt, wer sie hergestellt hat.
Aber was ist Ruscha Keramik eigentlich? Woher stammt sie, woran erkennt man echte Ruscha Vasen und welche Stücke sind bei Sammlern besonders beliebt?
Was ist Ruscha Keramik?
Ruscha war ein deutscher Keramikhersteller aus Rheinbach in Nordrhein-Westfalen, der besonders für seine dekorativen Vasen, Krüge und Wandkeramik bekannt wurde.
Der Name Ruscha setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Rudolf Schardt zusammen.
Das Unternehmen gehörte zu den bekannten Herstellern der sogenannten West German Pottery.
Darunter versteht man vor allem die dekorative Keramik, die in Westdeutschland während der Nachkriegsjahrzehnte hergestellt wurde.
Besonders die Ruscha Stücke aus den 50er und 60er Jahren zeichnen sich durch ungewöhnliche Formen und kunstvolle Dekore aus.
Woher stammt Ruscha Keramik?
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück.
Im Jahr 1949 übernahm Rudolf Schardt den Familienbetrieb in Rheinbach. Die Produkte wurden fortan unter dem Namen Ruscha verkauft.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Hersteller dekorativer Keramik.
Besonders in den 50er Jahren entstanden zahlreiche neue Formen und Dekore.
Der Keramikingeneur Otto Gerharz, der 1951 Betriebsleiter wurde, spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Glasuren.
Auch verschiedene Designer und Keramikerinnen prägten das Erscheinungsbild der Ruscha Keramik.
Die Produktion in Rheinbach endete 1996.
Was ist typisch für Ruscha Keramik?
Eine Besonderheit von Ruscha ist die grosse gestalterische Vielfalt.
Während manche Vasen eher schlicht wirken, besitzen andere auffällige Formen und aufwendige Verzierungen.
Typische Merkmale sind:
- Formen: Asymmetrische Vasen, bauchige Krüge, ungewöhnliche Henkel und geschwungene Silhouetten.
- Farben: Blau, Braun, Orange, Grün, Gelb und kräftige Farbkombinationen.
- Dekore: Handbemalte Muster, abstrakte Motive und geometrische Verzierungen.
- Glasuren: Glatte, glänzende, matte oder stark strukturierte Oberflächen.
Viele Ruscha Stücke passen wunderbar zum Mid-Century Modern Stil und zur farbenfrohen Einrichtung der 60er und 70er Jahre.
Wer war Kurt Tschörner?
Einer der wichtigsten Designer von Ruscha war Kurt Tschörner.
Er entwickelte in den 50er Jahren zahlreiche ungewöhnliche Vasenformen, die sich deutlich von traditionellen Keramikgefässen unterschieden.
Seine Entwürfe waren häufig asymmetrisch und besassen interessante Rundungen und geschwungene Linien.
Besonders bekannt wurde sein Krug 313, der 1954 entstand.
Dieses Modell wurde über viele Jahre in unterschiedlichen Farben und Dekoren hergestellt.
Heute gehört der Krug 313 zu den bekanntesten Klassikern der Ruscha Keramik.
Welche Dekore sind bei Ruscha besonders bekannt?
Neben den ungewöhnlichen Formen waren auch die aufwendigen Dekore ein wichtiges Merkmal.
Die Keramikerin Cilli Wörsdörfer entwickelte beispielsweise das bekannte Dekor Milano.
Dieses zeichnet sich durch farbige, von Hand aufgetragene Muster auf einem hellen Untergrund aus.
Auch das Dekor Kairo gehört zu den bekannten Ruscha Gestaltungen.
Später entstanden weitere dekorative Serien mit unterschiedlichen Glasuren und Verzierungen.
Besonders interessant ist, dass dieselbe Vasenform teilweise mit verschiedenen Dekoren hergestellt wurde.
Zwei Ruscha Vasen können deshalb völlig unterschiedlich aussehen, obwohl sie zur gleichen Modellserie gehören.
Was ist Fat Lava bei Ruscha Keramik?
Auch Ruscha verwendete im Laufe seiner Geschichte auffällige und teilweise stark strukturierte Glasuren.
Manche Oberflächen erinnern an erstarrte Lava und werden heute unter dem Begriff Fat Lava eingeordnet.
Besonders solche Glasuren sind bei Liebhabern der West German Pottery beliebt.
Allerdings ist Fat Lava keine bestimmte Keramikmarke, sondern eine Bezeichnung für einen Stil beziehungsweise eine Art von Glasur.
Nicht jede Ruscha Vase ist deshalb Fat Lava Keramik.
Gerade die kunstvoll handbemalten Stücke der 50er und frühen 60er Jahre haben häufig eine ganz andere Ästhetik.
Woran erkennt man echte Ruscha Keramik?
Ein wichtiger Hinweis befindet sich häufig auf der Unterseite der Vase.
Viele Ruscha Stücke tragen eingeprägte Zahlen oder andere Bodenmarkierungen.
Manche besitzen zusätzlich ein Herstelleretikett.
Ab etwa 1970 wurde beispielsweise auf einem Teil der Produktion das Etikett «Ruscha art – echt Handarbeit» verwendet.
Allerdings sind nicht alle Ruscha Vasen eindeutig mit dem Herstellernamen gekennzeichnet.
Deshalb lohnt es sich, auch die Form und das Dekor genauer anzusehen.
Besonders hilfreich sind historische Kataloge und dokumentierte Modelle.
Eine Herkunftsangabe wie «West Germany» allein reicht dagegen nicht aus, um eine Vase eindeutig Ruscha zuzuordnen.
Was bedeuten die Zahlen auf Ruscha Keramik?
Viele Ruscha Vasen besitzen eingeprägte Modellnummern.
Ein bekanntes Beispiel ist die 313, die für den berühmten Krug von Kurt Tschörner steht.
Die Zahlen dienten in erster Linie der Identifizierung bestimmter Formen oder Ausführungen.
Je nach Modell können zusätzliche Zahlen oder Kennzeichnungen vorkommen.
Wichtig ist: Die eingeprägten Zahlen sind normalerweise keine Jahreszahlen.
Auch bei Ruscha wurden bestimmte Formen über längere Zeit mit unterschiedlichen Dekoren hergestellt.
Für eine möglichst genaue Datierung sollte man deshalb die Formnummer, die Glasur und historische Kataloge miteinander vergleichen.
Ist Ruscha Keramik wertvoll?
Das hängt vom jeweiligen Stück ab.
Besonders interessante Formen, seltenere Dekore und gut erhaltene Vasen können bei Sammlern gefragt sein.
Auch die Zuordnung zu einem bekannten Designer kann die Attraktivität eines Stücks erhöhen.
Entscheidend sind unter anderem die Seltenheit, der Erhaltungszustand, das Dekor und die Nachfrage.
Risse, Absplitterungen oder grössere Beschädigungen können den Wert beeinflussen.
Nicht jede Ruscha Vase ist automatisch eine wertvolle Rarität.
Und manchmal ist die schönste Vase ohnehin nicht die teuerste!
Wie kombiniert man Ruscha Keramik mit modernen Möbeln?
Besonders schön finde ich die ungewöhnlichen Formen vieler Ruscha Vasen.
Eine asymmetrische Vase auf einem schlichten Holzsideboard, ein farbenfroher Krug auf einem Regal oder eine dekorative Schale auf einem modernen Tisch können einem Raum sofort mehr Persönlichkeit verleihen.
Auch mehrere Vintage Keramikstücke lassen sich wunderbar miteinander kombinieren.
Besonders gut passen Ruscha Vasen zu warmem Holz und einer Einrichtung im Mid-Century Modern Stil.
Bei Zuerich Vintage findest Du handverlesene Vintage Deko, Keramik, Glas und besondere Wohnaccessoires aus verschiedenen Jahrzehnten.
Kurz gesagt:
Ruscha war ein deutscher Keramikhersteller aus Rheinbach, der besonders für seine dekorativen Vintage Vasen und Krüge bekannt wurde. Charakteristisch sind ungewöhnliche Formen, kunstvolle Dekore und abwechslungsreiche Glasuren. Besonders bekannt sind die Entwürfe von Kurt Tschörner und der Krug 313.
Ich persönlich mag besonders die ungewöhnlichen Formen. Manche Vasen sehen aus, als hätte sich der Designer vorgenommen, bloss keine gewöhnliche Vase zu entwerfen. Und genau das macht sie so interessant! ;-)
Und wie sieht es bei Euch aus? Mögt Ihr lieber klassische Keramikvasen oder die ausgefallenen Formen von Ruscha?
Liebi Grüess us Zueri
Kate vo Zuerich Vintage