Was ist Langenthal Porzellan? Schweizer Vintage Porzellan erkennen

Zarte Pastellfarben, elegantes weisses Geschirr und manchmal ein geheimnisvoller grüner Stempel auf der Unterseite: Langenthal Porzellan gehört zu den bekanntesten Klassikern der Schweizer Geschirrgeschichte.

Besonders in den 50er, 60er und 70er Jahren war das Porzellan aus Langenthal in vielen Schweizer Haushalten, Restaurants und Hotels zu finden.

Vielleicht hast Du selbst schon einmal einen Teller, eine Tasse oder eine Schüssel im Brocki entdeckt und Dich gefragt, ob es sich um echtes Schweizer Vintage Porzellan handelt.

Aber was ist Langenthal Porzellan eigentlich? Woher stammt es, woran erkennt man ältere Stücke und was bedeuten die Markierungen auf der Unterseite?

Was ist Langenthal Porzellan?

Langenthal ist eine traditionsreiche Schweizer Porzellanmarke, die 1906 im bernischen Langenthal gegründet wurde.

Die Porzellanfabrik produzierte über viele Jahrzehnte Geschirr für Privathaushalte, Hotels und Restaurants.

Besonders bekannt wurde sie für ihre funktionalen, langlebigen Geschirrserien und ihre vielfältigen Dekore.

Langenthal Porzellan gehört damit zur Schweizer Design- und Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Viele ältere Stücke werden heute als Vintage Geschirr gesammelt oder weiterhin im Alltag verwendet.

Woher stammt Langenthal Porzellan?

Die Geschichte der Porzellanfabrik begann am 4. Juli 1906 mit ihrer Gründung in Langenthal im Kanton Bern.

Am 17. Januar 1908 wurde das erste Porzellan gebrannt.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Fabrik zu einem bedeutenden Schweizer Porzellanhersteller.

Besonders erfolgreich war das Unternehmen zwischen 1950 und 1970. Im Jahr 1964 beschäftigte die Fabrik rund 950 Mitarbeitende.

In den 1980er Jahren geriet das Unternehmen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.

1988 erfolgte der Zusammenschluss mit der Keramik Holding Laufen AG.

In den 1990er Jahren wurde die Produktion schrittweise nach Tschechien verlagert. 1998 endete die Herstellung von Weissporzellan in Langenthal.

Die Marke existiert weiterhin, allerdings wird Langenthal Porzellan heute nicht mehr in der Schweiz hergestellt.

Was ist typisch für Langenthal Porzellan?

Eine Besonderheit von Langenthal ist die grosse Vielfalt.

Die Fabrik produzierte sowohl schlichtes Alltagsgeschirr als auch aufwendig dekorierte Porzellanserien.

Typische Merkmale sind:

  • Material: Hartporzellan mit einer glatten, meist glänzenden Oberfläche.
  • Farben: Weiss, Creme, Pastelltöne und unterschiedliche farbige Dekore.
  • Formen: Teller, Tassen, Untertassen, Schüsseln, Platten, Kannen und Serviergeschirr.
  • Dekore: Schlichte Farbglasuren, florale Muster, grafische Verzierungen und dekorative Ränder.
  • Verarbeitung: Funktionale Formen für den täglichen Gebrauch und die Gastronomie.

Besonders interessant finde ich die Verbindung von praktischer Alltagstauglichkeit und zeittypischem Design.

Welche Langenthal Geschirrserien waren in den 50er und 60er Jahren beliebt?

Gerade in den Nachkriegsjahrzehnten veränderte sich der Geschmack bei Geschirr und Wohnaccessoires.

Neben klassischem weissem Porzellan wurden farbige Serien zunehmend beliebt.

In den 60er Jahren gab es beispielsweise Frühstücksgeschirr in Hellgrün, Hellblau und Hellgelb.

Diese sanften Farben passten wunderbar zum modernen Wohndesign der Zeit.

Auch schlichte, funktionale Formen entsprachen dem damaligen Zeitgeist.

Heute lassen sich solche Stücke hervorragend mit moderner Einrichtung kombinieren.

Woran erkennt man echtes Langenthal Porzellan?

Ein wichtiger Hinweis befindet sich auf der Unterseite.

Viele Stücke tragen einen Herstellerstempel mit dem Namen Langenthal.

Besonders bekannt sind grüne Bodenmarkierungen, die im Laufe der Jahrzehnte in unterschiedlichen Ausführungen verwendet wurden.

Allerdings gab es auch Marken in anderen Farben, beispielsweise Blau, Schwarz oder Rot.

Die Gestaltung der Stempel veränderte sich im Laufe der Unternehmensgeschichte.

Deshalb kann die Bodenmarke helfen, ein Stück zeitlich einzuordnen.

Wichtig ist jedoch: Nicht jeder Langenthal Stempel stammt aus derselben Zeit.

Wer das Alter eines Stücks bestimmen möchte, sollte den Stempel deshalb möglichst mit dokumentierten historischen Marken vergleichen.

Was bedeuten die Zahlen und Buchstaben auf Langenthal Porzellan?

Auf manchen Langenthal Stücken findet man neben dem Herstellerstempel zusätzliche Zahlen oder Buchstaben.

Besonders interessant: Bestimmte Kennzeichnungen dienten tatsächlich der Datierung.

Ab den 1920er Jahren wurden bei Langenthal Zahlen zur Kennzeichnung des Herstellungsjahres verwendet.

Anfangs waren dies einzelne Ziffern, später auch zweistellige Jahresangaben.

In den 1980er Jahren wurde ein Buchstabensystem eingeführt.

Dabei konnte beispielsweise der Buchstabe A für 1980 stehen.

Allerdings gilt dieses System nicht für sämtliche Stücke und Produktionszeiträume.

Auch konnte ein Porzellanstück erst nach seiner Herstellung dekoriert werden.

Eine genaue Datierung erfordert deshalb den Vergleich mit den jeweiligen historischen Bodenmarken.

Ist Langenthal Porzellan immer Swiss Made?

Nein!

Das ist ein wichtiger Unterschied, gerade bei Vintage Geschirr.

Während Langenthal früher tatsächlich in der Schweiz produzierte, wurde die Herstellung in den 1990er Jahren zunehmend nach Tschechien verlagert.

Heute wird Porzellan der Marke Langenthal dort hergestellt.

Ein Stück mit dem Markennamen Langenthal wurde also nicht automatisch in der Schweiz produziert.

Bei älterem Vintage Porzellan können die Bodenmarke und zusätzliche Herkunftsangaben wichtige Hinweise liefern.

Wer gezielt nach historischem Schweizer Porzellan sucht, sollte deshalb möglichst auch den Produktionszeitraum berücksichtigen.

Ist Vintage Langenthal Porzellan wertvoll?

Das hängt vom jeweiligen Stück ab.

Langenthal produzierte über Jahrzehnte grosse Mengen Geschirr für Haushalte und die Gastronomie.

Viele Teller, Tassen und Schüsseln sind deshalb heute noch relativ erschwinglich.

Seltenere Dekore, vollständige Services oder besondere historische Stücke können für Sammler interessanter sein.

Wichtige Faktoren sind:

  • Seltenheit des Dekors
  • Alter und Produktionszeitraum
  • Vollständigkeit eines Geschirrservices
  • Erhaltungszustand
  • Nachfrage bei Sammlern

Absplitterungen, Risse und starke Gebrauchsspuren können den Wert beeinflussen.

Nicht jedes alte Langenthal Service ist deshalb automatisch eine wertvolle Rarität.

Kann man altes Langenthal Porzellan noch verwenden?

Viele ältere Langenthal Stücke wurden ursprünglich für den täglichen Gebrauch hergestellt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Vintage Geschirr heute bedenkenlos für Lebensmittel oder in der Spülmaschine verwendet werden sollte.

Besonders bei beschädigten Glasuren, feinen Rissen oder stark abgenutzten Dekoren ist Vorsicht angebracht.

Auch ältere Goldränder und empfindliche Verzierungen können durch moderne Reinigungsmethoden beschädigt werden.

Wenn Du Dir über die Lebensmitteleignung eines Stücks nicht sicher bist, kannst Du es stattdessen dekorativ verwenden.

Als Schmuckschale, Ablage für kleine Gegenstände oder dekoratives Element auf einem Regal ist altes Porzellan ebenfalls wunderschön.

Wie kombiniert man Langenthal Porzellan mit moderner Einrichtung?

Gerade schlichtes Langenthal Porzellan lässt sich wunderbar mit modernen Möbeln kombinieren.

Ein pastellfarbenes Service auf einem Holztisch, eine elegante Porzellanschale auf einem Sideboard oder einzelne Vintage Teller als Wanddekoration können einem Raum sofort mehr Persönlichkeit verleihen.

Besonders schön finde ich die Kombination aus Schweizer Vintage Geschirr, natürlichen Materialien und schlichten modernen Formen.

Und Du musst natürlich nicht gleich ein komplettes Service kaufen.

Manchmal reicht schon eine einzelne besondere Tasse oder Schale, um ein bisschen Schweizer Designgeschichte nach Hause zu holen.

Bei Zuerich Vintage findest Du handverlesene Vintage Deko, Keramik und besondere Wohnaccessoires aus verschiedenen Jahrzehnten.

Kurz gesagt:

Langenthal ist eine traditionsreiche Schweizer Porzellanmarke, die 1906 im Kanton Bern gegründet wurde. Besonders bekannt ist sie für ihr funktionales Geschirr, ihre unterschiedlichen Dekore und ihre charakteristischen Bodenstempel. Historisches Langenthal Porzellan wurde in der Schweiz hergestellt, während die heutige Produktion in Tschechien erfolgt.

Ich persönlich mag besonders das schlichte Geschirr in den sanften Pastellfarben der 60er Jahre. Und irgendwie finde ich es schön, wenn ein Teller schon mehrere Jahrzehnte Schweizer Alltagsgeschichte erlebt hat. Hoffentlich mit vielen guten Essen darauf! ;-)

Und wie sieht es bei Euch aus? Mögt Ihr lieber schlichtes weisses Porzellan oder farbenfrohes Vintage Geschirr?

Liebi Grüess us Zueri
Kate vo Zuerich Vintage

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