Was ist der Unterschied zwischen Keramik, Steingut, Steinzeug und Porzellan?
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Du entdeckst eine wunderschöne Vintage Vase im Brocki und fragst Dich: Ist das nun Keramik, Steingut oder Porzellan? Und was genau ist eigentlich Steinzeug?
Die Begriffe werden im Alltag häufig durcheinandergebracht. Dabei gibt es einige wichtige Unterschiede, die besonders beim Kauf von Vintage Keramik, altem Geschirr und dekorativen Vasen interessant sind.
Die kurze Antwort: Keramik ist der Oberbegriff. Steingut, Steinzeug und Porzellan sind verschiedene Keramikarten, die sich vor allem durch ihre Rohstoffe, Brenntemperaturen und Eigenschaften unterscheiden. Glas gehört dagegen zu einer anderen Materialgruppe.
Aber woran erkennt man die Unterschiede?
Was ist Keramik?
Keramik ist der Oberbegriff für Materialien, die aus mineralischen Rohstoffen geformt und anschliessend bei hohen Temperaturen gebrannt werden.
Dazu gehören unter anderem Steingut, Steinzeug und Porzellan.
Die Herstellung von Keramik gehört zu den ältesten Handwerkstechniken der Menschheit. Schon vor Jahrtausenden wurden Gefässe aus Ton geformt und gebrannt.
Im Laufe der Zeit entstanden unterschiedliche keramische Materialien und Herstellungstechniken.
Heute findet man Keramik in ganz verschiedenen Bereichen: von einfachem Alltagsgeschirr über dekorative Vintage Vasen bis zu aufwendiger Kunstkeramik.
Wichtig ist: Porzellan ist immer Keramik. Aber nicht jede Keramik ist Porzellan.
Was ist Steingut?
Steingut ist eine Keramikart, die bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen gebrannt wird, häufig zwischen etwa 950 und 1150 Grad.
Dabei bleibt der keramische Grundkörper, der sogenannte Scherben, porös.
Deshalb wird Steingut häufig glasiert, um die Oberfläche zu schützen und das Material weniger durchlässig für Wasser zu machen.
Steingut kann ganz unterschiedlich aussehen: schlicht, rustikal, bunt oder ausgesprochen kunstvoll.
Besonders viele dekorative Vintage Keramikvasen aus Westdeutschland wurden aus Steingut hergestellt.
Dazu gehören beispielsweise zahlreiche Stücke von Scheurich, Bay Keramik und Ruscha.
Typisch für Steingut sind dekorative Glasuren, interessante Oberflächen und eine grosse Vielfalt an Formen.
Was ist Steinzeug?
Steinzeug ist eine besonders dicht gebrannte Keramikart, die bei höheren Temperaturen hergestellt wird als typisches Steingut.
Die Brenntemperaturen liegen häufig bei etwa 1200 bis 1300 Grad.
Dabei verdichtet sich das Material so stark, dass der Scherben praktisch kein Wasser mehr aufnimmt.
Steinzeug ist deshalb besonders robust und widerstandsfähig.
Es wird unter anderem für Geschirr, Krüge, Vasen und andere Gebrauchsgegenstände verwendet.
Ein interessantes Vintage Beispiel ist die mexikanische Keramik von Ken Edwards aus Tonalá.
Er arbeitete mit hochgebranntem Steinzeug, das sich von vielen traditionellen niedrig gebrannten Keramikarten der Region unterschied.
Im Englischen wird Steinzeug übrigens als Stoneware bezeichnet.
Was ist Porzellan?
Porzellan ist eine besonders harte, dichte und häufig weisse Keramikart.
Es wird typischerweise aus Kaolin, Feldspat und Quarz hergestellt und bei hohen Temperaturen gebrannt.
Besonders charakteristisch ist die glatte, oft glänzende Oberfläche.
Dünnwandiges Porzellan kann ausserdem leicht lichtdurchlässig sein.
Ein bekanntes Schweizer Beispiel ist Langenthal Porzellan, das über viele Jahrzehnte in der Schweiz hergestellt wurde.
Porzellan wird häufig für Teller, Tassen, Schüsseln, Figuren und dekorative Gegenstände verwendet.
Allerdings ist Porzellan nicht automatisch hochwertiger oder wertvoller als andere Keramikarten.
Auch eine handgefertigte Steingutvase oder ein besonderes Steinzeugobjekt kann kunsthandwerklich und gestalterisch sehr wertvoll sein.
Was ist der Unterschied zwischen Steingut, Steinzeug und Porzellan?
Die drei Keramikarten unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Zusammensetzung, die Brenntemperatur und die Dichte des gebrannten Materials.
Steingut: Wird bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen gebrannt. Der Scherben bleibt porös und wird häufig glasiert.
Steinzeug: Wird bei höheren Temperaturen gebrannt. Der Scherben ist dicht, hart und praktisch wasserundurchlässig.
Porzellan: Wird aus speziellen mineralischen Rohstoffen hergestellt und hoch gebrannt. Es ist besonders dicht, hart und häufig weiss. Dünne Stücke können leicht lichtdurchlässig sein.
Die genauen Brenntemperaturen unterscheiden sich je nach Rohstoffen und Herstellungsverfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Keramik und Glas?
Auch Glas wird bei hohen Temperaturen hergestellt, gehört aber nicht zur gleichen Materialgruppe wie die üblichen Tonkeramiken.
Glas entsteht durch das Schmelzen geeigneter mineralischer Rohstoffe, meist auf Basis von Quarzsand.
Beim Abkühlen bildet sich ein überwiegend nicht kristalliner Feststoff.
Glas kann durchsichtig, farbig, milchig oder vollständig undurchsichtig sein.
Bekannte Vintage Beispiele sind Murano Glas, farbige Sommerso Vasen und dekorative Glasschalen.
Eine Besonderheit ist übrigens die Glasur auf Keramik.
Eine Keramikglasur bildet beim Brennen eine glasartige Schicht auf der Oberfläche des keramischen Gegenstands.
Eine glasierte Keramikvase besteht deshalb nicht plötzlich aus Glas. Nur ihre Oberfläche besitzt eine glasartige Beschichtung.
Woran erkennt man Steingut, Steinzeug und Porzellan?
Gerade bei Vintage Fundstücken ist die Unterscheidung nicht immer einfach.
Es gibt allerdings einige Merkmale, die Dir bei der Bestimmung helfen können.
1. Die Unterseite ansehen
Bei vielen Keramikobjekten ist der Boden teilweise unglasiert.
Steingut besitzt dort häufig einen eher porösen, etwas rauen Scherben.
Steinzeug wirkt meist dichter und härter.
Porzellan besitzt häufig einen hellen, dichten und fein wirkenden Scherben.
2. Auf Lichtdurchlässigkeit achten
Dünnwandiges Porzellan kann leicht lichtdurchlässig sein.
Halte beispielsweise den Rand einer Tasse gegen eine starke Lichtquelle.
Wenn etwas Licht durchscheint, kann dies ein Hinweis auf Porzellan sein.
Allerdings funktioniert dieser Test nicht bei allen Porzellanarten und Wandstärken.
3. Oberfläche und Glasur prüfen
Steingut ist häufig mit dekorativen Glasuren überzogen.
Steinzeug kann glasiert oder unglasiert sein.
Porzellan besitzt häufig eine besonders glatte Oberfläche.
Die Glasur allein reicht allerdings nicht aus, um die Keramikart sicher zu bestimmen.
4. Bodenmarkierungen untersuchen
Besonders bei Vintage Geschirr und Vasen können Herstellerstempel, eingeprägte Zahlen und Signaturen hilfreich sein.
Eine Scheurich Vase lässt sich beispielsweise manchmal anhand ihrer Modellnummer bestimmen.
Bei Langenthal Porzellan können historische Bodenstempel Hinweise auf den Herstellungszeitraum liefern.
Wichtig ist allerdings, die Kennzeichnung immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Hersteller zu betrachten.
5. Hersteller und Herkunft recherchieren
Wenn Du den Hersteller kennst, lässt sich häufig auch das Material genauer bestimmen.
Historische Kataloge, Museumssammlungen und wissenschaftliche Keramikdatenbanken können dabei helfen.
Gerade bei Schweizer Vintage Keramik ist beispielsweise die Datenbank CERAMICA CH eine hilfreiche Anlaufstelle.
Ist Steingut weniger wertvoll als Porzellan?
Nein, nicht unbedingt!
Der Wert eines Vintage Stücks hängt nicht allein vom Material ab.
Wichtiger sind häufig der Hersteller, das Alter, die Seltenheit, der Erhaltungszustand und die Gestaltung.
Eine seltene Steingutvase von Ruscha kann beispielsweise für Sammler interessanter sein als ein gewöhnlicher Porzellanteller.
Auch handgefertigtes Steinzeug kann kunsthandwerklich besonders wertvoll sein.
Das Material allein sagt deshalb wenig über den Sammlerwert aus.
Kann man alte Keramik und Porzellan noch verwenden?
Viele ältere Keramikstücke wurden ursprünglich für den täglichen Gebrauch hergestellt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Vintage Geschirr heute bedenkenlos für Lebensmittel verwendet werden sollte.
Besonders bei beschädigten Glasuren, feinen Rissen oder unbekannter Herkunft ist Vorsicht angebracht.
Ältere Glasuren können ausserdem Stoffe enthalten, die bei Kontakt mit Lebensmitteln problematisch sein können.
Bei dekorativen Vasen und Kunstkeramik sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass sie für Lebensmittel geeignet sind.
Wenn Du unsicher bist, verwende das Stück lieber als Dekoration.
Eine schöne alte Schale kann schliesslich auch als Ablage für Schmuck oder andere kleine Gegenstände wunderbar aussehen.
Wie kombiniert man Vintage Keramik mit modernen Möbeln?
Das Schöne an Vintage Keramik ist die grosse Vielfalt.
Eine farbenfrohe Steingutvase von Scheurich, eine handbemalte Steinzeugschale von Ken Edwards oder eine schlichte Porzellanschale von Langenthal können einem Raum ganz unterschiedliche Akzente verleihen.
Besonders schön finde ich die Kombination mit warmem Holz, Glas und modernen Möbeln.
Du musst Dich dabei auch nicht auf eine einzige Keramikart beschränken.
Gerade die Mischung verschiedener Materialien, Formen und Jahrzehnte macht eine persönliche Einrichtung interessant.
Bei Zuerich Vintage findest Du handverlesene Vintage Deko, Keramik, Glas und besondere Wohnaccessoires aus verschiedenen Jahrzehnten.
Kurz gesagt:
Keramik ist der Oberbegriff für Steingut, Steinzeug und Porzellan. Steingut ist eher porös, Steinzeug besonders dicht und widerstandsfähig, während Porzellan durch seine spezielle Zusammensetzung und häufig weisse, feine Oberfläche auffällt. Glas gehört dagegen zu einer anderen Materialgruppe.
Ich persönlich finde ja, dass das Material beim Vintage Shopping manchmal fast zur Nebensache wird. Wenn ich eine wunderschöne Vase entdecke, ist mir zunächst ziemlich egal, ob sie aus Steingut oder Steinzeug besteht. Aber spätestens beim Schreiben der Produktbeschreibung möchte ich es dann natürlich ganz genau wissen! ;-)
Und wie sieht es bei Euch aus? Achtet Ihr bei Vintage Geschirr und Vasen auf das Material oder entscheidet Ihr hauptsächlich danach, was Euch gefällt?
Liebi Grüess us Zueri
Kate vo Zuerich Vintage